Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik
IPv6-Übersicht

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IPv6 - Das neue Internet-Protokoll

Mit dem IPv6-Launch-Day wollen führende Unternehmen und Institutionen die Einführung des neuen Internetstandards weltweit vorantreiben. Unter den mehr als 1400 Unternehmen in aller Welt sind auch Google, Facebook und Microsoft. In Deutschland gehören unter anderem der Interessenverband BITKOM, die Bundesministerien für Inneres sowie für Verteidigung, Cisco, IBM und SAP dazu.

Was ist IPv6?

IPv6 steht für Internet Protocol Version 6. Das Protokoll regelt unter anderem den Versand von Datenpaketen und die Adressierung von Netzwerkteilnehmern. Ausführlichere Informationen finden Sie auf der Seite des IPv6-Rates.

Warum ist die Einführung notwendig?

IPv6 löst als direkter Nachfolger den bisherigen Internetstandard IPv4 ab, da Letzterer seit einiger Zeit an die Grenze seiner Kapazität gestoßen ist. Zum Vergleich: Während IPv4 "nur" 4 Milliarden IP-Adressen unterstützt, könnte man mit IPv6 bei einem Adressumfang von 2128 jeden einzelnen Quadratmillimeter Erdoberfläche mit rund 660 Billiarden IP-Adressen belegen - ein praktisch unerschöpfliches Potenzial.
Wozu man diese enorme Menge an IP-Adressen benötigt? Künftig werden nicht nur bekannte Geräte wie Smartphones, Tablet-PCs, Computer und Router mit dem Internet verbunden sein, sondern auch mehr und mehr Fahrzeuge, Alltagsgeräte wie der Kühlschrank und der Fernseher bis hin zu kompletten Häusern.
Die häufigsten Fragen zum neuen Internetstandard und zum Launch Day beantwortet der IPV6-Rat auf seiner Internetseite.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus?

"Bei der flächendeckenden Einführung des Internetstandards IPv6 gilt es nicht nur, die technischen Herausforderungen zu meistern sondern auch in Hinblick auf den Datenschutz und insbesondere den Schutz der Privatsphäre Regeln aufzustellen", sagt Prof. Christoph Meinel, Vorsitzender des Deutschen IPv6-Rats. Aus diesem Grund war am 16. März 2012 der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, Gast des Deutschen IPv6-Rates und gemeinsam wurden Leitlinien zum Schutz persönlicher Daten festgelegt.

Stimmt es, dass man jeden Anwender identifizieren kann?

IPv6-Adressen bestehen aus 128 Bit. Damit aber niemand mit solch langen Adressen arbeiten muss, hat man sich für Hexadezimalzahlen als Schreibweise entschieden. Jeweils 16 Bit sind zusammengefasst und durch einen Doppelpunkt von den nächsten getrennt. Die ersten 64 Bit - mithin die ersten 4 Zahlenkolonnen - adressieren das verwendete Netz und die nachfolgenden 64 Bit den sogenannten Host. Somit wäre es theoretisch möglich, anhand der letzten vier Zahlensequenzen Nutzer eindeutig zu identifizieren.
Aus diesem Grund setzen Netz- und Internetseitenbetreiber sowie Hersteller dynamische Adresspräfixe und die sogenannten Privacy Extensions ein. Letztere würfeln den Teil der IPv6-Adresse durcheinander, der Informationen über ein bestimmtes Gerät und damit den Nutzer verraten könnte.