
"Das Hasso-Plattner-Institut ist ein Vorzeige- projekt für ganz Deutschland. Es ist von der Konstruktion her ganz ungewöhnlich, und das macht den Erfolg aus." Johanna Wanka, Wissenschafts- ministerin a.D. des Landes Brandenburg
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"Dieses Institut hier in Potsdam ist mein Beitrag, um eine Ausbildung zu bieten für Studenten, die dann vielleicht anschließend etwas bewegen."
Hasso Plattner im StiftungsReport 2007. Lesen Sie hier das gesamte Gespräch (pdf).
Prof. Hasso Plattner: Verknüpft Wirtschaft und Wissenschaft
Hasso Plattners Engagement als Förderer der Wissenschaften ist ebenso ungewöhnlich wie beispielhaft. Ende 2007 zeichnete die brandenburgische Landesregierung Plattner dafür mit dem Verdienstorden des Landes aus. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften verlieh dem gebürtigen Berliner 2005 die Leibniz-Medaille. Der 68-jährige ist seit 2002 Ehrendoktor und seit 2004 Honorarprofessor der Universität Potsdam.
Die Landeshauptstadt von Brandenburg sei für ihn "der ideale Standort für zukunftsorientierte Forschung und Lehre, wobei die havelländische Landschaft und das historische Erbe eine besondere Anziehungskraft ausüben", sagte der damalige SAP-Vorstandssprecher, als er im Sommer 1998 die Stiftung eines Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik (HPI) ankündigte. Plattner finanziert das HPI seitdem nicht nur komplett (mit einem Gesamtaufwand von mehr als 200 Millionen Euro), sondern er engagiert sich dort auch als Leiter des Fachgebiets "Enterprise Platform and Integration Concepts" in Forschung und Lehre.
Ende 2006 kündigte er beim Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung am Hasso-Plattner-Institut an, das HPI um eine "School of Design Thinking" zu erweitern. Seit Oktober 2007 können dort höhere Semester aller Fachbereiche in multidisziplinär zusammengesetzten Teams das erfinderische Entwickeln innovativer, IT-naher Produkte und Dienstleistungen lernen.
2005 hatte er bereits mit einer 29 Millionen Euro-Spende die Eröffnung eines "Hasso Plattner Institute of Design" an der US-Elite-Uni Stanford möglich gemacht und sein Engagement in Potsdam durch die Einrichtung eines Inkubators und Wagniskapitalfonds für junge IT-Firmengründer ("Hasso Plattner Ventures") erweitert. Plattner trug allein mit 40 Millionen Euro zu dem Fondsvolumen von 50 Millionen Euro bei. Im Februar 2008 brachte er gut 25 Millionen Euro Kapital in "Hasso Plattner Ventures Africa" ein. Der zusammen mit dem Unternehmenspartner MAN Ferrostaal neu gegründete Wagniskapitalfonds (Gesamtvolumen: 29 Millionen Euro) operiert von Kapstadt aus.
Plattner verknüpft Wirtschaft und Wissenschaft schon seit vielen Jahren. Die Universität Saarbrücken ernannte ihn deshalb bereits 1990 zum Ehrendoktor. 1994 wurde Plattner dort Honorarprofessor für Wirtschaftsinformatik. Die Würde eines Ehrensenators verlieh ihm die Universität des Saarlandes im Jahr 1998. Auch in Baden-Württemberg engagiert sich Hasso Plattner als Mäzen für die Wissenschaft. Im Oktober 2003 ermöglichte er mit einer 10-Millionen-Euro-Spende seiner Stiftung den Ausbau der Uni-Bibliothek im Mannheimer Schloss.
Für sein Engagement in Wirtschaft und Wissenschaft erhielt Hasso Plattner viele Ehrungen. 1998 nahm das Manager Magazin den mit dem angesehenen "Information Technology Leadership Award for Global Integration" ausgezeichneten Technologie-Experten in die "Hall of Fame" auf. In ihr ehrt die Zeitschrift Persönlichkeiten für ihre Verdienste um die wirtschaftliche, gesellschaftliche und soziale Entwicklung in Deutschland. Das Time Magazine Europe platzierte Plattner 2001 auf Rang 1 der Liste der bedeutendsten und einflussreichsten IT-Persönlichkeiten. Bei einem Festakt zum 60. Geburtstag des Stifters am 21. Januar 2004 würdigte der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder das Schaffen mit den Worten: "Um Deutschland wirtschaftlich voranzubringen, brauchen wir eine Menge Hasso Plattners und eine Menge SAPs". Schröders Nachfolgerin, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, sagte auf das vom Stifter geschaffene Institut eingehend, hier würden "Wissenschaftler auf höchstem Niveau ausgebildet".
Der Münchener Unternehmensberater Roland Berger nannte Hasso Plattner in einem Interview im August 2004 als einen der fünf Deutschen, die ihm derzeit am meisten imponieren. In der "Welt am Sonntag" bezeichnete Berger es als "Meisterleistung", wie Plattner SAP gegründet, aufgebaut und stets neu auf den sich verändernden Markt ausgerichtet habe.
Die populärwissenschaftliche Zeitschrift P.M. ernannte Plattner im Oktober 2005 zum Innovationsförderer des Jahres. Das US-Magazin "Time" wählte Hasso Plattner im November 2006 zu einem der "Helden" der letzten 60 Jahre. Neben Plattner findet sich nur noch ein weiterer IT-Spezialist auf dieser Liste der wichtigsten Persönlichkeiten - Linus Torvalds, Erfinder des Betriebssystems Linux.
Ein Stifter - zwei Stiftungen
Neben der gemeinnützigen Hasso-Plattner-Stiftung für Softwaresystemtechnik als Trägerin und alleinige Gesellschafterin der Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH hat Hasso Plattner noch die ebenfalls als gemeinnützig anerkannte Hasso Plattner Förderstiftung gGmbH geschaffen. Ihr Engagement geht über die Wissenschaft weit hinaus. So wurden zum Beispiel der University of Cape Town und der University of KwaZulu-Natal Mittel für medizinische Grundlagenforschung in Bezug auf AIDS/HIV sowie zur Förderung der Gesundheitsfürsorge und Gesundheitserziehung im Rahmen des sogenannten Isisombululo-Projektes zur Verfügung gestellt. Die Tätigkeit der Nelson Mandela Foundation im Bereich der Aufklärung über AIDS/HIV und Prävention wurde ebenfalls unterstützt. Ferner ließ der Stifter ein Charity-Konzert veranstalten, dessen Erlöse wiederum der Nelson Mandela Foundation zugute kamen. Außerdem unterstützt die Hasso Plattner Förderstiftung gGmbH in Südafrika Projekte, die insbesondere unterprivilegierten Kindern und Jugendlichen zugute kommen - beispielsweise in den Bereichen Erziehung und Bildung, Betreuung und Sport.
Nennenswert ist darüber hinaus zum Beispiel auch das Engagement der Förderstiftung in den Bereichen Kultur und Denkmalschutz. Die in diesem Zusammenhang seit dem Jahr 2001 gezahlten Mittel belaufen sich auf mehr als 21,5 Mio. Euro. Allein 20 Mio. Euro davon entfallen auf die Wiederbelebung der historischen Fassade des Potsdamer Stadtschlosses. In den Neubau soll der Landtag einziehen.

